Jean-Jacques Quisquater
Belgischer Kryptograf, der Zero-Knowledge-Beweise kindertauglich und chipkartenleicht machte – und später selbst Opfer eines staatlich gestützten Hacks wurde.
1988 veröffentlichten Quisquater und Louis Guillou das Guillou-Quisquater-Identifikationsverfahren, ein Zero-Knowledge-Protokoll, das so genügsam ist, dass es auf den schwachbrüstigen Prozessoren damaliger Chipkarten lief. Ein Jahr später folgte How to Explain Zero-Knowledge Protocols to Your Children, dessen Geschichte von Ali Babas Höhle seither in ungefähr jeder Vorlesung zum Thema auftaucht.
An der UCLouvain baute er eine Gruppe auf, die nah am Silizium arbeitete; 2001 zeigte er gemeinsam mit David Samyde, dass die elektromagnetische Abstrahlung eines Chips Schlüssel ebenso verrät wie sein Stromverbrauch. Im Februar 2014 kam heraus, dass sein eigener Rechner kompromittiert worden war – die Spuren führten zur selben Operation, die schon Belgacom getroffen hatte. Geheimdienste lesen Kryptografieforschung offenbar auch, nur nicht unbedingt die veröffentlichte Fassung.