Inklusiver Cache
Eine Cache-Policy, bei der eine niedrigere Ebene (z. B. L3) garantiert alles enthält, was in den höheren Ebenen (L1/L2) darüber liegt. Das vereinfacht Cache-Kohärenz, „verschwendet“ aber Platz durch Duplizierung. Das Gegenteil ist ein exklusiver Cache, der niemals dupliziert.
Inklusiv: Alles in L1/L2 steckt auch in L3. Vorteil: Kohärenz wird einfach — will ein anderer Kern wissen, ob eine Datenzeile im privaten Cache dieses Kerns liegt, reicht ein Blick in den gemeinsamen L3-Cache (steht sie dort nicht, steht sie nirgendwo im Kern) — das „Snooping“ jedes privaten Caches entfällt. Nachteil: Dieselben Daten existieren gleichzeitig auf mehreren Ebenen — die effektive Gesamtkapazität sinkt, weil L3 mit Kopien dessen „verschwendet“ wird, was ohnehin schon in L2 liegt. Ein exklusiver Cache macht das Gegenteil: Eine Zeile existiert auf genau EINER Ebene — maximale Gesamtkapazität, aber kniffligere Kohärenz. Dazwischen gibt es auch Mittelwege („Non-Inclusive/NINE“). Die Wahl ist ein klassischer Architekturkompromiss zwischen Kohärenz-Einfachheit samt Latenz und Gesamtkapazität. Intel neigte lange zu inklusivem L3, AMD zu exklusiv/Victim. Verwandt mit L1/L2/L3-Cache und Victim Cache.