Harald Niederreiter
Österreichischer Mathematiker, dessen codebasiertes Kryptosystem von 1986 McEliece auf links drehte – und vierzig Jahre später als Classic McEliece weiterlebt.
Niederreiter, 1944 in Wien geboren, war zunächst Zahlentheoretiker. Mit Rudolf Lidl schrieb er das Standardwerk Finite Fields (1983), und Numeriker kennen ihn ebenso für die Niederreiter-Folgen: Folgen mit niedriger Diskrepanz, die die Quasi-Monte-Carlo-Integration gleichmäßiger machen, als es Zufall je könnte.
Sein Kryptosystem beruht auf demselben schweren Problem wie das von Robert McEliece aus dem Jahr 1978 – dem Dekodieren eines zufällig wirkenden linearen Codes –, verschlüsselt aber in das Syndrom statt in ein Codewort. Die Chiffretexte werden kürzer, und die Sicherheit erwies sich später als äquivalent. Die ursprüngliche Variante mit Reed-Solomon-Codes wurde 1992 gebrochen; die Idee mit Goppa-Codes hielt. Als Classic McEliece in den Post-Quanten-Wettbewerb des NIST ging, war es praktisch Niederreiters Formulierung unter McEliece' Namen.