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GOSIP

Netzwerke Svenska → Aktualisiert: 2026-10-06

Government OSI Profile – der Versuch von Regierungen, die OSI-Protokolle per Beschaffungsvorschrift herbeizuregieren und TCP/IP in den Ruhestand zu schicken.

In den 1980er-Jahren gingen die meisten Regierungen und Telefongesellschaften selbstverständlich davon aus, dass künftige Netze auf OSI laufen würden und nicht auf dem improvisierten TCP/IP des amerikanischen Forschungsnetzes. Die USA veröffentlichten 1988 ihr GOSIP als FIPS 146; ab 1990 sollten Bundesbehörden OSI-konforme Geräte kaufen. Auch Großbritannien und etliche andere Länder hatten eigene Profile, und die Hersteller versprachen in jeder Ausschreibung OSI-Unterstützung.

Das Problem: TCP/IP funktionierte bereits, war frei einsehbar und lag jeder BSD-Installation bei, während OSI-Produkte teuer, verspätet und selten miteinander kompatibel waren. Die Behörden kauften OSI also auf dem Papier und betrieben in der Praxis TCP/IP. 1995 nahm die überarbeitete Norm die Internetprotokolle auf – faktisch eine Kapitulation. Die Protokollkriege wurden nicht per Dekret entschieden, sondern von dem, was ohnehin schon produktiv lief.

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