IT-Lexikon › Hardware › Genaille-Lucas-Stäbe

Genaille-Lucas-Stäbe

Hardware Svenska → Aktualisiert: 2026-10-05

Nummerierte Stäbe, bei denen aufgedruckte Pfeile den Blick direkt zum Produkt führten – Napiers Rechenstäbe ohne den Kopfrechen-Übertrag.

Napiers Rechenstäbe verlangten, dass man die diagonalen Felder selbst addierte und den Übertrag im Kopf behielt. Der Franzose Henri Genaille beseitigte das 1885 auf Anregung des Mathematikers Édouard Lucas (bekannt durch die Lucas-Zahlen und die Türme von Hanoi). Genailles Stäbe druckten jede Ziffer zusammen mit einem Pfeil, der auf die nächste zu lesende Ziffer zeigte, sodass der Übertrag bereits im Muster steckte.

Multiplikation wurde zu reinem Ablesen: Man legte für jede Ziffer der Zahl den passenden Stab aus, folgte den Pfeilen die Zeile des Multiplikators hinunter und las das Produkt ab. Genaille entwarf auch Varianten für Division und Wurzelziehen. Die Konstruktion war elegant, aber kurzlebig – mechanische Rechenmaschinen machten die ganze Stäbchenfamilie bald überflüssig.

← Zurück zum Lexikon