Schriftkassette
Ein ROM-Modul, das vorne in den Drucker gesteckt wurde und ihm Schriftformen verschaffte, die er nicht an Bord hatte.
Der erste HP LaserJet (1984) kam mit genau einer Schriftart: Courier, 12 Punkt, im Hochformat. Wer Times oder Helvetica wollte — in einer bestimmten Größe und Ausrichtung — kaufte eine Kassette und steckte sie in eine Klappe an der Vorderseite. HP benannte sie nach Buchstaben, Kassette B, F, Z, und jede trug fertige Bitmaps im ROM, ein Bild pro Größe, weil der Drucker weder die Rechenleistung noch den Speicher hatte, um irgendetwas selbst zu skalieren.
Die Alternative waren Soft Fonts, die über das Kabel ins RAM des Druckers geladen wurden und bei Stromausfall verschwanden, sowie Module von Drittanbietern wie Pacific Data Products' "25 in One!", die Dutzende Schriften in eine Kassette packten. Nadeldrucker kannten dasselbe Prinzip im Kleinen. PCL 5 und der LaserJet III (1990) machten Schriften im Drucker selbst skalierbar, und als TrueType und PostScript die Typografie zurück auf den Computer verlagerten, hatte die Kassette nichts mehr zu tun.