MS-DOS Shell
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- Entwickler
- IBM, Microsoft
- Jahr
- Typ
- Shell und Dateimanager
Die textbasierte Oberfläche mit Menüs, Dateiliste und Programmgruppen, die 1988 mit DOS 4.0 kam – das stille Eingeständnis, dass die Eingabeaufforderung nicht die Zukunft war.
DOS 4.0, zum größten Teil IBMs Werk, brachte das Programm DOSSHELL mit: einen Dateimanager mit Verzeichnisbaum und Dateiliste, eine Programmliste und Pulldown-Menüs, die sich mit Alt öffnen ließen. Alles folgte IBMs CUA-Richtlinien und war im Grafikmodus mit der Maus, auf einem schlichten Textbildschirm mit den Pfeiltasten bedienbar. Das Ganze sah aus wie Windows in Zeichengrafik, und das war kein Zufall. Die überarbeitete Fassung in MS-DOS 5.0 von 1991 ergänzte den Task Swapper: mehrere DOS-Programme blieben im Speicher, per Alt+Tab wechselte man zwischen ihnen, ohne dass eines davon im Hintergrund weiterlief.
Die Shell konkurrierte mit dem Norton Commander ebenso wie mit DESQview, das echtes Multitasking beherrschte. Lange blieb kaum jemand dabei: Wer Fenster wollte, kaufte Windows 3.0, und wer keine wollte, blieb am Prompt. MS-DOS 6.22 verschob sie 1994 auf eine Zusatzdiskette, während IBM sie in PC DOS behielt. Als der Hersteller des Betriebssystems selbst eine Shell mit Fenstern ausliefern musste, war die Schlacht um die Shell längst anderswo entschieden.