DESX
Ron Rivests billige DES-Erweiterung: Vor und nach der Verschlüsselung wird je ein weiterer Schlüssel per XOR eingemischt, und Brute Force wird plötzlich aussichtslos.
Die Konstruktion von 1984 heißt Key Whitening. Der Klartext wird mit einem 64-Bit-Schlüssel XOR-verknüpft, mit gewöhnlichem DES verschlüsselt und anschließend mit einem dritten Schlüssel XOR-verknüpft. Das ergibt 184 Bit Schlüsselmaterial bei einem einzigen DES-Aufruf — anders als bei 3DES, das drei braucht. Joe Kilian und Phillip Rogaway bewiesen 1996, dass die effektive Stärke gegen Schlüsselsuche bei etwa 118 Bit liegt, abzüglich des Logarithmus der Anzahl der Klartext-Geheimtext-Paare des Angreifers.
Gegen differentielle oder lineare Kryptanalyse hilft Whitening nichts, denn der DES-Kern bleibt unangetastet, und der 64-Bit-Block samt Altlasten bleibt ebenfalls. DESX steckte in RSAs BSAFE-Bibliothek und war der Standardalgorithmus des Encrypting File System in Windows 2000. Die Idee überlebte es: Whitening vor und nach den Runden findet sich in mehreren AES-Kandidaten.