DESQview/X
Mehr Info
- Entwickler
- Quarterdeck Office Systems
- Erschienen
- Typ
- X-Server für DOS
- Vorgänger
- DESQview
Quarterdecks Versuch von 1992, aus einem DOS-PC eine X-Workstation zu machen: ein X11-Server auf DESQview, der DOS-Programmen echte Fenster gab und Unix-Programme über das Netzwerk anzeigen ließ.
DESQview konnte bereits mehrere DOS-Programme in Kästen auf dem Bildschirm ausführen; DESQview/X tauschte die Kästen gegen X-Fenster. Das Paket enthielt einen X-Server für DOS, einen Window-Manager im Motif-Stil und einen TCP/IP-Stack, und jedes Textmodus-Programm erschien als X-Client mit Titelleiste und Rahmen. Auch der umgekehrte Weg funktionierte: Mit einer Netzwerkkarte ließ sich ein Fenster von einer Unix-Maschine auf den PC holen, und eine Unix-Workstation konnte ein DOS-Programm auf dem PC starten und lokal anzeigen. Ein 386er mit ein paar Megabyte Speicher wurde so zum X-Terminal, das nebenbei Lotus 1-2-3 nativ ausführte.
Technisch beeindruckend, zeitlich hoffnungslos. Windows 3.1 erschien im selben Jahr, und wer X auf dem PC brauchte, begnügte sich mit einem X-Server unter Windows wie Exceed. Es folgte noch eine Version 2, Quarterdeck verblasste und wurde 1998 von Symantec gekauft. Die Nachwelt erinnert sich an DESQview/X vor allem als Beweis dafür, dass aus DOS eine netzwerktransparente Fensterumgebung hätte werden können, wenn es nur jemand gewollt hätte.