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Verzögerungsleitungsspeicher

Hardware Svenska → Aktualisiert: 2026-09-08

Speicher, dessen Bits nicht ruhen, sondern reisen: Schallimpulse, die durch ein mit Quecksilber gefülltes Rohr geschickt und am Ende wieder eingespeist werden.

Die Technik stammte aus dem Radar, wo Echos zum Vergleich verzögert werden mussten, und J. Presper Eckert übertrug sie auf den Computerbau. Eine ein Meter lange Quecksilbersäule verzögert einen Schallimpuls um etwa eine Millisekunde — genug, um gut tausend Bits gleichzeitig in der Luft zu halten. Am Ende wird der Impuls ausgelesen, verstärkt und wieder ins Rohr geschickt — die Information existiert nur, solange sie sich bewegt.

EDSAC und UNIVAC I bauten ihre Speicher auf diese Weise. Der Nachteil ist der serielle Zugriff: Eine Zahl lässt sich nur lesen, wenn sie gerade ankommt, und die Temperatur beeinflusst die Schallgeschwindigkeit, weshalb das Rohr auf gleichbleibender Wärme gehalten werden musste. Der Kernspeicher machte die Bauweise Mitte der 1950er-Jahre veraltet, magnetostriktive Varianten hielten sich jedoch in Rechnern und Terminals bis in die 1970er-Jahre.

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