Converter Code (ENIAC)
Der Umbau von 1948, der ENIAC sechsmal langsamer machte und gleichzeitig erheblich nützlicher – indem er das Programm aus den Kabeln auf eine Wand von Schaltern verlegte.
Nach den Moore-School-Vorlesungen wollte jeder ein gespeichertes Programm, doch ENIAC stand bereits in Aberdeen und sollte nicht verschrottet werden. Richard Clippinger vom Ballistiklabor der Armee schlug eine Abkürzung vor: Die drei Funktionstabellen der Maschine waren faktisch ein Festwertspeicher für mehrere tausend Ziffern, gedacht für Nachschlagewerte. Legte man stattdessen Befehle dort ab und verdrahtete ein für alle Mal einen festen Befehlssatz zu deren Interpretation, wurden die Funktionstabellen zum Programmspeicher. John von Neumann und Adele Goldstine erarbeiteten den Entwurf, und die Maschine lief ab September 1948 im neuen Modus.
Der Preis war brutal. Jeder Befehl musste nun von der Maschine selbst decodiert werden, statt fertig verdrahtet in Steckkabeln zu liegen, und ENIAC büßte rund fünf Sechstel seiner Geschwindigkeit ein. Der Gewinn war größer: Ein neues Problem ging von tagelangem Umstecken auf stundenlanges Schalterstellen über und ließ sich zudem aufschreiben und aufbewahren. Der Nutzen stieg so stark, dass die Maschine bis 1955 im Einsatz blieb – ein ungewöhnlich klarer Beweis dafür, dass Architektur die Taktfrequenz schlägt.