Chipdisk
Eine Diskette voller Chipmusik mit kleiner Browser-Oberfläche — das Album-Release der Demoszene-Komponisten, aus der Zeit, bevor es ein Netz gab, in das man Tracks hochladen konnte.
Eine Chipdisk (oder „Music Disk") ist eine eigenständige Demo, deren einziger Zweck es ist, eine Sammlung von Stücken abzuspielen. Der Bildschirm zeigt eine Playlist, oft mit Scrolltext, eine einfache Visualisierung und Credits, während eine Musikroutine den SID- oder Amiga-Chip Ton für Ton füttert. Das Format blühte Ende der 1980er und Anfang der 1990er auf C64 und Amiga, als ein Komponist noch keine .mp3 verschicken konnte, sondern sein Werk auf eine physische Diskette pressen musste.
Die Chipdisk war Portfolio und Visitenkarte zugleich: Eine Gruppe versammelte die besten Stücke ihres Hausmusikers, verpackte sie mit einem schicken Menü und ließ die Diskette auf Copypartys und per Post zirkulieren. Viele Szenemusiker, die später professionell Spielemusik machten, fanden genau auf diesem Weg ihr Publikum.