Chelsea Manning
Analystin des US-Militärgeheimdienstes, die 2010 rund 750.000 vertrauliche Dokumente an WikiLeaks weitergab — bis zu Snowden das größte Leak seiner Art.
Als junge Analystin im Irak hatte Manning Zugriff auf das geheime Netz SIPRNet. Sie kopierte die Irak- und Afghanistan-Kriegstagebücher, eine Viertelmillion diplomatischer Depeschen und das Video, das später als Collateral Murder bekannt wurde. Das Sicherheitsmodell ging davon aus, dass jeder mit Freigabe vertrauenswürdig ist; die Daten verließen das Gelände angeblich auf einer CD mit der Aufschrift „Lady Gaga“.
Verraten hat Manning kein Audit-Log, sondern ein Chat: Sie vertraute sich dem Hacker Adrian Lamo an, der die Behörden einschaltete. 2013 folgte ein Urteil über 35 Jahre. Barack Obama wandelte es im Januar 2017 um, im Mai kam Manning nach sieben Jahren frei – teils in Isolationshaft, die der UN-Sonderberichterstatter über Folter scharf kritisierte.