Brailledrucker
Die letzte Bastion des Nadeldrucks: eine Maschine, die Punkte in dickes Papier presst, statt Farbe darauf zu bringen.
Solenoide schlagen Stifte gegen eine Gegendruckplatte, sodass sich das Papier dauerhaft verformt — dafür braucht es kräftigeres Papier als üblich, etwa 120–160 g/m², sonst flacht der Punkt binnen einer Woche ab. Eine Standardseite fasst rund 25 Zeilen zu 40 Zellen, weshalb aus einem Taschenbuch mehrere dicke Bände werden. Der beidseitige Druck, Interpoint genannt, versetzt die Punkte der Rückseite so, dass sie zwischen denen der Vorderseite liegen, statt sie plattzudrücken.
Der Text muss zuerst übersetzt werden: Braille hat eigene Zifferzeichen und ein System von Kürzungen, eine Aufgabe, die Programme wie Duxbury oder das quelloffene liblouis übernehmen. Die Lautstärke entspricht der eines Nadeldruckers, oft schlimmer, weshalb die Geräte mit Schallschutzhauben verkauft werden. Der Markt ist klein und spezialisiert — das schwedische Index Braille in Gammelstad bei Luleå ist einer der Hersteller —, und die teureren Modelle erzeugen durch variierende Punktdichte auch taktile Grafiken.