Bev Harris
US-amerikanische Autorin, die 2003 die Wahlsoftware von Diebold auf einem offenen Server fand und danach jahrelang vorführte, was sich damit anstellen ließ.
Harris war keine Ingenieurin, sondern freie Autorin, die ab etwa 2002 begann, sich in Wahlcomputer einzugraben. Im Jahr darauf stieß sie auf Tausende interne Diebold-Dateien – Quellcode, Handbücher, Auszählungssoftware –, die jeder von einem ungeschützten FTP-Server herunterladen konnte. Das Material verbreitete sich rasch und wurde zur Grundlage der ersten ernsthaften akademischen Analyse eines amerikanischen Wahlcomputers durch ein Team um Avi Rubin.
Sie gründete Black Box Voting und ließ 2005 Harri Hursti ein echtes Optical-Scan-Lesegerät in Leon County, Florida, angreifen. Der HBO-Dokumentarfilm Hacking Democracy (2006) dreht sich um sie. Ihre Methoden waren eher aktivistisch als akademisch, doch ohne sie hätte die Forschung deutlich weniger zu erforschen gehabt.