Arpeggio
Einen einzelnen Kanal schnell zwischen den Tönen eines Akkords wechseln lassen, sodass das Ohr sie zu einem Akkord verschmilzt — die klassische Notlösung der Chipmusik für zu wenige Stimmen.
Mit drei Stimmen im SID, drei im AY und zwei Pulskanälen in der NES war selten Platz für Melodie, Bass und volle Akkorde zugleich. Die Lösung: eine Stimme zwischen den Tönen des Akkords springen lassen — Grundton, Terz, Quinte — mehrfach pro Bildwiederholung, so schnell, dass das Ohr einen flirrenden Klang statt einzelner Töne hört.
Die Technik findet sich in 8-Bit-Musik ab den frühen 1980ern und wurde zu einer so wiedererkennbaren Signatur, dass sie heute aus Stilbewusstsein eingesetzt wird, nicht aus Zwang. In Trackern liegt sie als eigener Effektbefehl vor: In ProTracker und MOD ist es 0xy, wobei x und y die Halbtonschritte über dem Grundton angeben. Auch gebrochener Akkord genannt.