anon.penet.fi
Der finnische Pseudonym-Remailer, über den Hunderttausende ohne Namen mailen und im Usenet posten konnten – bis ein Gericht nach dem Schlüssel fragte.
Johan „Julf“ Helsingius startete den Dienst 1993. Bei Mails über anon.penet.fi wurde der Absender durch ein Pseudonym wie an12345@anon.penet.fi ersetzt, Antworten an dieses Pseudonym wurden zurückgeleitet. Dafür führte der Server eine Tabelle, die jedes Pseudonym einer echten Adresse zuordnete. Diese Tabelle war zugleich der ganze Sinn des Dienstes und seine Achillesferse.
1995 wurden über den Remailer interne Dokumente veröffentlicht, woraufhin die Scientology-Kirche die finnische Polizei dazu brachte, die Identität eines Nutzers zu verlangen. Helsingius gab eine einzige Adresse heraus und stellte den Dienst im August 1996 ein, als klar war, dass finnisches Recht die Tabelle nicht schützen würde. Die Lehre blieb: Spätere Remailer wie Mixmaster speichern nichts, was sich zu beschlagnahmen lohnt, und dieselbe Idee steckt hinter Tor.