After Dark
Der Bildschirmschoner mit den fliegenden Toastern: das Macintosh-Programm von 1989, das ein Werkzeug gegen das Einbrennen in Unterhaltung und schließlich in eine eigene Branche verwandelte.
Berkeley Systems wurde von Wes Boyd und Joan Blades gegründet und entwickelte Software für blinde Nutzer, bis After Dark 1989 die Firma übernahm. Bildschirmschoner gab es längst; sie schalteten den Schirm dunkel, damit sich der Leuchtstoff der Röhre nicht einbrannte. After Dark ließ seine Module stattdessen eine Show aufführen: Regen, Fische, eine Kaffeemaschine und ab Version 2.0 die geflügelten Toaster, die Jack Eastman nach einer langen Nacht in der Küche skizziert hatte. Die Windows-Version folgte 1991, danach lizenzierte Pakete mit Star Trek, den Simpsons und Disney sowie Lunatic Fringe, ein Spiel, das man im Bildschirmschoner spielen konnte, bis der Chef vorbeiging.
Die Toaster zogen Anwälte an. 1993 verkaufte Delrina einen Bildschirmschoner, in dem Opus aus Bloom County sie abschoss, und verlor vor Gericht; 1994 klagte Jefferson Airplane wegen eines Albumcovers mit fliegenden Toastern und verlor ebenfalls, weil die Band das Urheberrecht nie eingetragen hatte. Der Markt verschwand, als Windows und Mac OS eigene Schoner mitlieferten und Flachbildschirme nicht mehr einbrannten. Berkeley Systems ging 1997 an CUC, den Eigentümer von Sierra, und Boyd und Blades gründeten im Jahr darauf MoveOn. Der Bildschirmschoner überlebte als Genre, ironischerweise vor allem in XScreenSaver.