AccessX
Mehr Infos
- Erstellt von
- Digital Equipment Corporation und das Trace Center
- Jahr
- 1993
- Typ
- X-Erweiterung, heute Teil von XKB
Die Tastatur-Bedienhilfen unter X – einrastende Modifikatortasten, Anschlagverzögerung und Mausbedienung über den Ziffernblock –, die 1993 als eigene Erweiterung erschienen und im Jahr darauf in XKB aufgingen.
Die ursprüngliche X-Tastatur war für Menschen mit zwei Händen und ruhiger Hand gebaut. AccessX entstand bei DEC zusammen mit dem Trace Center der University of Wisconsin, derselben Forschungsgruppe, die zuvor schon Easy Access für den Macintosh und AccessDOS für IBM hervorgebracht hatte, und erschien 1993 als Erweiterung zu X11R5 samt gleichnamigem Steuerprogramm. Die Funktionen kennt heute jedes Betriebssystem: StickyKeys lässt Shift, Strg und Alt bis zum nächsten Tastendruck gedrückt, SlowKeys verlangt, dass eine Taste eine Weile gehalten wird, bevor sie zählt, BounceKeys ignoriert doppelte Anschläge, MouseKeys steuert den Zeiger über den Ziffernblock, RepeatKeys regelt die Wiederholrate und ToggleKeys piept, wenn Caps Lock umschaltet.
Mit X11R6 wurde 1994 alles in den Abschnitt „Controls“ von XKB eingegliedert, wo es bis heute lebt. Die Tastenkürzel zogen mit um: Fünfmal Shift schaltet StickyKeys ein, acht Sekunden gehaltenes Shift aktiviert SlowKeys – und dass sie unter Windows identisch sind, liegt daran, dass dieselbe Gruppe Microsoft bei Windows 95 geholfen hat. Das Kommando xkbset schaltet sie im Terminal um, und die Bedienhilfen-Einstellungen von GNOME und KDE sind im Grunde nur Oberflächen für dieselben XKB-Flags. Wayland übernahm die Tastaturlayouts über libxkbcommon, aber nicht AccessX, denn das ist Serververhalten – also musste jeder Compositor Einrasttasten selbst nachbauen.