Atanasoff-Berry-Computer
Der erste elektronische Digitalrechner, gebaut im Keller einer Universität in Iowa, 1948 von Leuten verschrottet, die nicht wussten, was sie da vor sich hatten, und 1973 von einem Bundesgericht rehabilitiert.
Physikprofessor John Atanasoff und sein Doktorand Clifford Berry bauten die Maschine zwischen 1937 und 1942, um Systeme mit bis zu 29 linearen Gleichungen zu lösen — eine in der Physik alltägliche und mühselige Rechenarbeit. Drei ihrer Entscheidungen wurden später Standard: binäre Arithmetik, Elektronenröhren als Rechenelement und ein vom Rechenwerk getrennter Speicher. Dieser Speicher bestand aus Kondensatoren auf einer rotierenden Trommel, deren Ladung bei jeder Umdrehung gelesen und zurückgeschrieben wurde — dasselbe Refresh-Prinzip, das heutiges DRAM verwendet.
Programmierbar war sie nicht. Die Maschine konnte genau eine Sache, und Zwischenergebnisse wurden mit einem Funkenschreiber auf Lochkarten gebrannt, der etwa einmal in hunderttausend Versuchen versagte — ein Fehler, den Atanasoff nie mehr beheben sollte. 1942 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen, und 1948 baute Personal, das nicht wusste, was im Keller stand, die Maschine wieder ab.
John Mauchly besuchte Atanasoff im Juni 1941 und studierte die Maschine fünf Tage lang. Das sollte dreißig Jahre später den Ausschlag geben: Im Verfahren Honeywell gegen Sperry Rand erklärte Richter Earl Larson 1973 das ENIAC-Patent für ungültig, weil Eckert und Mauchly den automatischen elektronischen Digitalrechner nicht selbst erfunden, sondern von Atanasoff übernommen hätten. Das Urteil fand kaum Beachtung — es fiel in derselben Woche, in der Nixon den Watergate-Sonderermittler feuerte.